Sind Aquarienpflanzen giftig

Sind Aquarienpflanzen giftig?

Das Einsetzen von neuen Pflanzen im Aquarium ist ein Thema, das viel Aufmerksamkeit benötigt. Immer wieder hört man Geschichten von verendeten Tieren nachdem neue Aquarienpflanzen eingepflanzt wurden. Aber was ist dran an den Geschichten? Sind Aquarienpflanzen giftig?

Aquarienpflanzen sind für Fische in der Regel ungefährlich, bei Garnelen kommen Vergiftungen etwas häufiger vor. Der Grund für Vergiftungen sind häufig Pestizide an den Pflanzen. Man sollte nach dem Kauf Aquarienpflanzen ausreichend wässern, um Rückstände von Pflanzenschutzmitteln zu entfernen. Aquarienpflanzen können zudem für Menschen oder andere Haustiere giftig sein. 

Das war nur die kurze Antwort auf die Frage. Zusammen werden wir herausfinden, wie Sie sichergehen können, dass Ihre Tiere keinen Schaden durch neue Aquarienpflanzen nehmen. Ich zeige Ihnen zudem wie Sie Pflanzen richtig wässern, um alle Rückstände von gefährlichen Chemikalien zu entfernen.

Sind Aquarienpflanzen giftig?

Die bei uns im Handel angebotenen Aquarienpflanzen sollten in der Regel weder giftig für Fische, noch für andere Lebewesen in Aquarien sein. Leider häufen sich jedoch trotzdem Horror-Geschichten von sterbenden Tieren nach dem Einsetzen von neuen Pflanzen. Sehr häufig handelt es sich dabei nicht um Fische, sondern um Garnelen.

Dabei ist es nur in den seltensten Fällen die Auswahl der Pflanzen, die für das Garnelensterben verantwortlich ist. Häufig sind es Pestizide oder andere Chemikalien, die in zu hoher Menge zum Verenden von Garnelen führen kann.

Die Globalisierung und der damit verbundene Preiskampf hat auch vor Aquarienpflanzen nicht Halt gemacht. Viele der bei uns erhältlichen Pflanzen werden mittlerweile kostengünstig von großen Züchtereien aus Asien produziert. Diese werden mit Dünger und Pestiziden behandelt, um den größtmöglichen Ertrag zu erhalten.

Zudem müssen die Produzenten sicherstellen, dass sie die strengen Exportbedingungen einhalten. Es dürfen keinerlei Fremdorganismen an den Pflanzen sein. Gerne wird dann lieber etwas mehr an Pestiziden eingesetzt, um auch wirklich sicherzustellen, dass dies der Fall ist.

Aquarienpflanzen sind giftig für Garnelen
Mit Pestiziden behandelte Aquarienpflanzen können giftig für Garnelen sein

Garnelen gehören zu den Gliedertieren, das ist die gleiche Art wie viele Pflanzenschädlinge. Die eingesetzten Chemikalien töten also nicht nur die Schädlinge ab, sondern können auch in hoher Dosis gefährlich für Garnelen werden.

Vor dem Verkauf sollten die Pflanzen von den Produzenten eigentlich gründlich gewässert und in eine Art mehrwöchige Quaräntane geschickt werden. Allerdings wird das oft nicht eingehalten, um Kosten zu sparen und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Nicht selten gelangen also Pflanzen in den Handel, die gefährlich für Ihre Tiere sein können. Gerade als Garnelenhalter sollten Sie sehr vorsichtig sein und die folgenden Ratschläge Ernst nehmen.

Ratschläge zum Entgiften von Aquarienpflanzen

Am besten ist es Aquarienpflanzen aus Europa von einem vertrauenswürdigen Händler zu kaufen. Diese sind zwar etwas teurer, ersparen Ihnen aber die nächsten, recht mühevollen, Schritte.

Aquarienpflanzen mit unbekannter Herkunft sollten besonders in einem Garnelenaquarium nicht direkt nach dem Kauf eingesetzt werden. Auch reicht oftmals ein kurzes Abspülen der Pflanzen nicht aus!

Die Pestizide haften sehr fest an den Pflanzen und wir müssen sicherstellen, dass wir vor dem Einsetzen auch wirklich alle Chemikalien entfernt haben.

Dazu müssen wir die Pflanzen in eine mehrwöchige Quarantäne schicken, zwei bis drei Wochen sind ideal. Wenn Ihnen dies zu anstrengend ist, begrenzen Sie die Wässerung auf einige Tage mit häufigem Wasserwechsel. Erst danach können wir die Pflanzen in das Garnelenaquarium einsetzen.

Wässerung von Aquarienpflanzen in einfachen Schritten

Zuerst einmal entfernen wir alles unnötige von den Pflanzen. Dazu gehören Ringe, Bänder, Tüten, Schaumstoff, oder auch Töpfe. Auch die Steinwolle um die Wurzeln sollte man bestmöglich vor der Quarantäne entfernen.

Danach spülen wir die Pflanzen kurz mit Wasser ab. Manche schwören auf ein kurzes Bad (ca. eine Minute) in Sprudelwasser. Dies soll Würmer und andere Fremdorganismen abtöten.

Wenn wir alles unnötige von den Pflanzen entfernt haben und sie zudem kurz abgewaschen haben, setzen wir sie in ein ausreichend großes Glasbehältnis, idealerweise in ein kleines, separates Aquarium. Im Notfall reicht aber auch ein Eimer Allerdings sollte dies kein Putzeimer sein, denn dort können Rückstände von Putzmitteln haften.

Aquarienpflanzen
Aquarienpflanzen sind ungefährlich für Fische

Dieses Behältnis mit den Pflanzen sollte mit Aquarienwasser gefüllt sein und alle Bedingungen für gesundes Pflanzenwachstum erfüllen. Dazu gehören unter anderem ideale Lichtbedingungen, aber auch die Temperatur ist wichtig. Generell sollte das Wasser Raumtemperatur haben, also zwischen 15 und 22 Grad Celsius.

Pflanzen benötigen Licht, die meisten mögen aber in der Regel keine pralle Sonne. Ein Stellplatz in der Nähe eines Fensters, solange dies kein Südfenster ist, ist also für viele Aquarienpflanzen ideal.

Allerdings hängt die Lichtintensität auch von ihren gewählten Pflanzensorten ab. Einige Aquarienpflanzen sind sehr lichthungrig und benötigen eventuell sogar eine künstliche Beleuchtung. Informieren Sie sich vorab über die Anforderungen Ihrer ausgewählten Pflanzen.

Während der Quarantäne sollte das Aquarienwasser häufig gewechselt werden, damit auch wirklich alle Rückstände von den Pflanzen entfernt werden. Ideal wäre natürlich ein täglicher Wechsel, allerdings ist dies sehr zeitaufwendig. Ein mehrmaliges Wechseln des Wassers ist allerdings Pflicht, zwei- bis dreimal die Woche sollte es schon sein.

Es kann zudem helfen einen Wasseraufbereiter einzusetzen, damit auch wirklich alle Giftstoffe aus den Pflanzen entfernt werden.

Nach dem Entgiften der Pflanze auf Schadstoffe testen

Wenn Ihre Pflanzen die Quarantäne überstanden haben, machen wir noch kurz einen Test, bevor wir sie letztendlich ins Garnelenbecken setzen können.

Dazu nehmen wir entweder Wasserflöhe aus dem Zoohandel oder eine Garnele aus dem Aquarium. Wir setzen das Tier in das Testbecken mit den neuen Pflanzen und beobachten es die erste halbe Stunde ganz genau.

Wenn sich das Tier in der ersten Minuten nach dem Einsetzen komisch verhält, dann entnehmen wir es schnell wieder aus dem Becken. Es sollte weder durch das Wasser taumeln, noch zucken oder wild herumspringen.

Verhält sich die Garnele ganz normal, lassen wir sie noch für 1-2 weitere Stunden im Testbecken. Übersteht sie diese Zeit ohne auffälliges Verhalten, können die neuen Aquarienpflanzen bedenkenlos ins Garnelenbecken gepflanzt werden.

Wenn Sie den Test lieber mit Wasserflöhen machen wollen, setzen Sie einige wenige Tierchen in das Becken. Sollten die Flöhe auch nach Stunden noch munter im Testbecken schwimmen, sind die Aquarienpflanzen ungefährlich für Ihre Garnelen.

Sind alle Aquarienpflanzen sicher für Fische?

Es ist mir nicht bekannt, dass es Aquarienpflanzen gibt, die giftig für Fische sind. Schließlich werden Aquarienpflanzen genau für diesen Zweck verkauft, um sie in ein Aquarium mit Fischen zu pflanzen.

Trotzdem sollte man die Pflanzen vor dem Einsetzen gut unter dem Wasserhahn abspülen. Eventuell kann auch ein kurzes Bad in Sprudelwasser sinnvoll sein. Besser wäre es natürlich sie für einige Tage zu wässern.

Kann man zu viele Pflanzen im Aquarium haben?

Aquarienpflanzen sehen nicht nur besonders schön aus, sie sind auch sehr nützlich für ihre Tiere. Sie produzieren nicht nur lebensnotwendigen Sauerstoff, sondern nehmen auch Giftstoffe aus Abfallprodukten, wie etwa Kot oder Futterresten, auf.

Aquarium mit Pflanzen
Pflanzen im Aquarium sind lebenswichtig für Fische und andere Tiere

Aber wie bei so vielem im Leben, sollte es man auch bei Aquarienpflanzen nicht übertreiben. Wenn Sie zu viele Aquarienpflanzen in ein kleines Aquarium einsetzen, kann es schnell überfüllt wirken und die Bewohner haben nicht mehr genug Platz, um sich zu entfalten.

Man sollte sich bei Aquarienpflanzen an folgende Regel halten:

Länge des Aquariums x Breite und das ganze geteilt durch 50

Wenn Ihr Aquarium beispielsweise 80×40 Zentimeter mißt, dann sollten Sie circa 64 Pflanzen einsetzen. Denn 80×40=3200 und 3200:50=64.

Ist Aquariumwasser giftig für Menschen?

Wir haben gelernt, dass Aquarienpflanzen an sich nicht giftig für Ihre Tiere sein sollten. Lediglich Pestizidrückstände könnten gefährlich für Garnelen werden.

Aber wie sieht es mit dem Aquariumwasser aus, ist es giftig für uns Menschen? Aquariumwasser ist nicht gefährlich für uns Menschen, solange das Aquarium gepflegt ist. Leichte Vergiftungserscheinungen wie Durchfall und Übelkeit könnten allerdings trotzdem auftreten.

Es empfiehlt sich also nicht Aquariumwasser zu trinken, aber wer würde das auch schon wollen?

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