Kamin wird nicht warm

Kamin wird nicht warm – was tun?

Gerade in diesen Zeiten ist das Heizen mit einem Kamin wieder voll im Trend. Und tatsächlich gibt es kaum etwas Gemütlicheres, als sich an einem kalten Winterabend vor dem Kamin zu wärmen und das knisternde Feuer im Hintergrund zu hören. Was aber tun, wenn der Kamin nicht warm wird? In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den Gründen, warum ein Kaminofen nicht richtig brennt. Vorab sind hier die häufigsten Ursachen zusammengefasst:

Wenn der Kamin nicht warm wird, kann es an der fehlenden Leistung des Ofens liegen. Man benötigt etwa 1 Kilowatt Leistung pro 10 m² Raumfläche. Auch könnten feuchtes Holz, zu wenig Brennmaterial im Ofen, mangelnde Luftzirkulation, ungünstige Wetterlage, zu wenig Frischluft oder andere Probleme die Ursache sein. 

Ein schlecht heizender Kamin kann einem schnell den letzten Nerv rauben. Schließlich wollen wir es im Winter so schnell wie möglich mollig warm in unserem Zuhause haben. Bevor Sie den Ofen wieder ausmachen und die Heizung anschalten, sollten Sie diesen Artikel zu Ende lesen. Wir beschäftigen uns im Detail mit den Gründen, warum ein Kamin nicht warm wird.

Kaminofen wird nicht warm – die Gründe

Wenn der Kachelofen nur auf Sparflamme brennt, sollte man nicht gleich verzweifeln. Manchmal ist es nur ein kleines Problem, das relativ schnell behoben werden kann.

Wenn das Feuer in Ihrem Kamin nicht richtig entflammen will, das Holz nur sehr schwach brennt und sehr viel Rauch dabei entsteht, ist oftmals fehlende Luftzirkulation die Ursache. Ihr Kamin zieht nicht richtig.

Grund # 1: Der Kamin zieht nicht richtig

Fehlender Sauerstoff ist ein gefährliches Problem, denn durch das unvollständige Verbrennen des Brennstoffs entsteht das hochgiftige Gas Kohlenmonoxid. Nicht nur gelangt das Gift beim Öffnen der Ofentür in Ihren Wohnraum, sondern kann im schlimmsten Fall zu Explosionen führen. Es passiert zwar glücklicherweise sehr selten, aber ernst nehmen sollte man die Gefahr dennoch.

Brennholz unter Ofen
Wenn ein Ofen nicht warm wird, kann es vielfältige Ursachen haben

Denn das durch die unvollständige Verbrennung entstehende Gas kann sich durch eine rasche Zufuhr von Sauerstoff schnell entzünden und die Folge: Der Ofen könnte explodieren.

Ursachen für zu wenig Luftzufuhr

Wenn ein Kamin nicht richtig zieht und somit nicht warm wird, gibt es verschiedene mögliche Ursachen.

Ein unpassender Schornstein könnte beispielsweise der Grund sein. Die warme Luft des Ofens hat eine höhere Dichte als die kalte Luft draußen. Durch dieses physikalische Prinzip steigt die warme Luft automatisch nach oben und gelangt ins Freie – solange der Schornstein auch passend geplant und gebaut wurde.

Denn ist er etwa zu hoch oder zu breit für den Ofen, dann kühlt die warme Luft bereits auf halber Höhe wieder ab und steigt nicht bis nach oben. Das Resultat: Der Kamin zieht nicht richtig. Gewissheit kann hier nur eine genaue Messung durch einen Schornsteinfeger oder Ofenbauer bringen. Bevor Sie diese Maßnahme ergreifen, sollten Sie jedoch prüfen, ob es nicht doch an eine andere Ursache hat, die sich leichter beheben lässt.

#1 Tipp: Nutzen Sie einen Kaminventilator, damit die warme Luft gleichmäßig im Raum verteilt wird und nicht nur nach oben steigt. Solch ein Ventilator ist erschwinglich, läuft ohne Strom und wird ganz einfach auf den Ofen gestellt. Ich persönliche nutze diesen Ventilator und bin sehr zufrieden damit, er verteilt die Wärme effizient im ganzen Raum. *

Ausschließlich trockenes Brennmaterial nutzen

Öfen dürfen immer nur mit trockenem Brennmaterial befeuert werden. Holz kann nicht zu trocken sein, zu feucht jedoch schon. Die ideale Restfeuchte liegt unter 18 %, Sie können die Feuchtigkeit ganz leicht mit einem Messgerät überprüfen. Ist das Heizmaterial zu feucht, wird der Kaminzug erschwert, der Ofen brennt nicht richtig und wird somit nicht warm. Ein Warnhinweis sind oftmals verrußte Kaminscheiben oder sehr viel Qualm beim Nachlegen von Holz. Verbrennen Sie ausschließlich trockenes Holz, das lange genug im Freien geschützt vor Nässe gelagert wurde.

 Schlechtes Wetter?

Das Wetter hat einen großen Einfluss darauf, wie gut ein Kamin zieht. Gerade im Herbst oder Frühling kann die Außenluft wärmer sein, als die abgehende Luft im Kamin. Dadurch kann sie nicht richtig abziehen und ein schlecht brennender Ofen ist die Folge.

Manchmal ist das Wetter die Ursache für einen nicht gut brennenden Ofen

Auch die sogenannte Inversionswetterlage könnte der Auslöser sein. Dabei sind die oberen Luftschichten wärmer als die niedrigeren und der Kamin brennt nicht so wie er soll. Wenn Ihr Kamin nur an vereinzelten Tagen nicht warm werden will – obwohl Sie alles so wie immer machen – könnte es am Wetter liegen.

Weitere Ursachen

Besonders gut gedämmte Häuser mit dichten Fenstern und Türen verhindern, dass genügend Frischluft in den Ofen gelangen kann. In diesem Fall sollten Sie öfters lüften, damit das Feuer ordentlich brennen kann.

Auch mangelnde Wartung des Ofens wie beispielsweise der Verbrennungsluftwege, Umlenkplatten und Rauchrohre könnten das Problem hervorrufen. Der Schornstein muss auch regelmäßig gereinigt werden, da dies aber gesetzlich vorgeschrieben ist, sollte es in den wenigsten Fällen das Problem sein.

Kaminzug verbessern

Die Leistung Ihres Schornsteins kann eventuell mithilfe einer Verengung, Verlängerung oder Verkürzung optimiert werden. Eine kostspieligere Alternative kann ein installierter Ventilator am Kamin sein. Lassen Sie sich in diesem Fall von einem Fachmann beraten.

Kamin brennt, aber es wird nicht richtig warm

Eigentlich sollte es nicht vorkommen, aber gerade, wenn der Kamin nicht von einem Experten geplant wurde, kann es eben doch passieren: Der Ofen passt nicht zum Schornstein oder der zu beheizenden Fläche.

Grund # 2: Der Kaminofen wurde nicht passend gewählt

Damit ein Ofen auch wirklich gut heizt, muss er passend zur Raumgröße gewählt werden. Pro 10 m² Raumfläche benötigt man etwa 1 Kilowatt Leistung. Möchten Sie etwa einen 60 m² großen Raum heizen, benötigt der Ofen 6 Kilowatt Heizkraft. Ist der Ofen für den Raum unterdimensioniert, wird es nicht richtig warm.

Dass es sich dabei nur um eine ungefähre Faustregel handelt, sollte einem bewusst sein. Denn neben der Fläche spielt vor allem die Raumhöhe und die Dämmung des Gebäudes eine Rolle. Wenn Sie beispielsweise in einem schlecht gedämmten Altbau mit sehr hohen Decken wohnen, brauchen Sie mehr Leistung als diese Formel angibt.

Qualität ist entscheidend

Wenn Ihr Kaminofen nicht fachmännisch von einem Ofenbauer geplant und aufgestellt wurde, könnte es an der Feuerstätte selbst liegen. Gerade die günstigsten Varianten aus dem Baumarkt bringen nicht die Leistung, die man erwarten würde. Auch könnte bei Selbsteinbau der Ofen nicht zum Schornstein passen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass es an der Feuerstätte liegen könnte, lassen Sie es von einem Fachmann prüfen.

Ein Ofen sollte richtig bedient werden

Wie Sie sehen, gibt es vielerlei Gründe, warum ein Kaminofen nicht richtig brennt. Eine weitere Ursache könnte schlichtweg eine fehlerhafte Bedienung sein. So ist beispielsweise die falsche Regelung der Luftzufuhr ein bekanntes Problem. Sie finden in der Bedienungsanleitung Ihres Geräts reichlich Hinweise zur richtigen Handhabung.

Grund # 3: Fehler bei der Bedienung des Ofens

Auch das falsche Anzünden, etwa mit Zeitungspapier, sind beliebte Fehler bei der Bedienung eines Ofens.

Was tun, wenn der Kamin nicht brennt?

Wenn Sie mit Brennholz heizen, achten Sie immer auf die Restfeuchte. Feuchtes Holz kann nicht gut brennen und bringt weitere Probleme mit sich. Auch wenn Sie denken, Ihr Holz wurde lange genug getrocknet, gehen Sie auf Nummer sicher.

Ein Feuchtigkeitsmessgerät kostet nicht die Welt und kann bis auf wenige Prozentpunkte genau die Restfeuchtigkeit bestimmen. Wenn das Messgerät Werte über 18 % anzeigt, geben Sie dem Holz mehr Zeit zu trocknen.

Brennender Ofen
Damit der Ofen gut brennt, muss er richtig angemacht werden

Verbrennen Sie niemals beschichtetes Holz, auch Zeitungspapier hat in einem Ofen nichts verloren. Das gilt auch für das Anmachen des Ofens.

Nicht nur ist es aus Umweltschutzgründen verboten Zeitungspapier zu verbrennen, es eignet sich auch nicht besonders gut zum Anmachen des Ofens. Es verbrennt zu schnell und entwickelt nicht die benötigte Hitze. Der entstehende Glanzruß kann zu Schornsteinbränden führen und hindert zudem die Wärmeentwicklung.

Benutzen Sie immer nur geeignete Kaminanzünder, die Sie überall im Handel finden können. Wachsgedrehte Holzspähne beispielsweise entwickeln eine sehr hohe Starttemperatur und das ganz ohne Chemie.

Einen Ofen richtig anmachen

Einen Kaminofen richtig anzufeuern will gelernt sein. Denn beim Anmachen muss er die richtige Temperatur erreichen, damit der Rauch ordentlich durch den Kamin abziehen kann.

Öffnen Sie vor dem Anmachen des Ofens die Lüftungsschlitze. Beachten Sie die Hinweise in der Bedienungsanleitung zum sachgemäßen Anmachen Ihres Ofens. Denn jedes Modell kommt mit unterschiedlich vielen Öffnungen, die anders bedient werden müssen.

Zum Anfeuern des Kamins benötigen Sie:

  • Scheitholz (am besten ohne Rinde)
  • Kleine Anzündhölzer
  • Kaminanzünder
  • Streichhölzer oder Feuerzeug

Legen Sie das Scheitholz, je nach Größe des Ofens zwei bis vier Stück, in den Ofen. Darauf legen Sie ein bis zwei Kaminanzünder (am besten Öko-Anzünder).

Stapeln Sie nun zwei bis drei Etagen Anzündhölzer auf das Scheitholz. Lassen Sie ausreichend Hohlraum zwischen den Hölzern, damit die Luft zirkulieren kann.

Entzünden Sie jetzt die Anzünder mit einem langen Streichholz oder Feuerzeug und schließen Sie die Tür.

Wenn das Feuer gut brennt, können Sie die Lüftungsschlitze etwas schließen. Beim Nachlegen von neuem Brennmaterial sollte man sie wieder weiter öffnen.

Achten Sie zudem darauf, dass Sie genügend Holz verwenden. Wenn ein Kamin nicht warm wird, kann das auch an einer zu sparsamen Verwendung von Brennmaterial liegen.

Kaminofen regelmäßig reinigen

Nur ein sauberer Ofen ist ein guter Ofen. Denn wenn sich zu viel Dreck im Inneren sammelt, kann er nicht mehr effizient wärmen. Entfernen Sie die Asche nicht nur aus dem Aschekasten, sondern auch im Brennraum. Ein guter Aschesauger ist dabei ein hilfreiches Werkzeug.

Nicht nur der Kaminofen selbst will gereinigt sein, sondern auch die Ofenrohre müssen regelmäßig auf Verschmutzungen überprüft und gereinigt werden. Dies sollte besser ein Fachmann übernehmen.

Abschließende Worte

In einigen Fällen sind die Ursachen für einen nicht warm werdenden Kamin einfach selbst zu beheben. Wenn das Problem jedoch baulich bedingt ist, sollte man sich ausgiebig von einem Experten beraten lassen. Wir würden gerne von Ihnen hören. Konnten wir Ihnen helfen das Problem ausfindig zu machen? Schreiben Sie uns einfach unten in die Kommentare, wir werden alle Fragen schnellstmöglich beantworten.

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2 Comments

  1. Danke für den Beitrag! Ich habe unterschätzt, wie wichtig eine regelmäßige Reinigung wirklich ist. Beim Kamin in meiner Freizeitlaube tritt das gleiche Problem auf. Ich werde für die Kaminsanierung am besten einen entsprechenden Fachmann beauftragen.

    • Hallo, vielen Dank für Ihren Beitrag. Eine regelmäßige Reinigung ist in der Tat sehr wichtig. Ich hoffe, dass Ihr Kamin bald wieder richtig warm wird. Kommen Sie gut ins neue Jahr!

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