Sind Raupen Destruenten

Sind Raupen Destruenten?

Bevor ein schöner Schmetterling entstehen kann, muss eine Raupe sehr viel fressen und schnell wachsen. Aber wovon ernährt sich eine Raupe überhaupt? In diesem Artikel gehen wir der Frage nach: Sind Raupen Destruenten? Hier ist die Antwort in Kurzform:

Raupen sind keine Destruenten, sie sind sogenannte Primärkonsumenten. Zu dieser Gruppe gehören alle pflanzenfresenden Lebewesen. Raupen stehen somit in der Nahrungskette über den Produzenten (Pflanzen), weil sie sich von ihnen ernähren. Beispiele für Destruenten wären Pilze, Bakterien und einige Insekten. In der Kategorie der Primärkonsumenten befinden sich unter anderem Pferde, Hasen, Giraffen und eben auch Raupen.

Wem diese schnelle Antwort nicht ausführlich genug war, sollte weiterlesen. Wir beschäftigen uns näher mit Raupen und deren einzigartige Lebensweise und Transformation. Zusätzlich erläutern wir, welche Unterschiede es zwischen den Primärkonsumenten und den Produzenten gibt. Es bleibt spannend.

Sind Raupen Destruenten?

Auf den ersten Blick könnte man meinen Raupen seien Destruenten, schließlich handelt es sich um Insekten. Und wie wir bereits in diesem Artikel gelernt haben, können einige der Insektenarten eindeutig zu dieser Gruppe gezählt werden. Nicht aber die Raupen, sie gehören zu den Primärkonsumenten. Welche Unterschiede es zwischen den Primärkonsumenten, Sekundärkonsumenten und Tertiärkonsumenten gibt, erklären wir etwas später. Zuerst einmal befassen wir uns weiter mit der Frage, warum Raupen keine Destruenten sind.

Raupe auf Pflanze
Raupen sind keine Destruenten, sie gehören zu den Primärkonsumenten

Um der Ursache dafür auf den Grund zu gehen, müssen wir uns erst einmal bewusst sein, was Destruent überhaupt bedeutet. Danach werden wir auch einige Beispiele für diese Kategorie zeigen. Die Definition lautet:

Als Destruent (auch Reduzent oder (Re-)Mineralisierer) wird in der Ökologie ein Organismus bezeichnet, der organische Substanzen abbaut und in anorganische Bestandteile zerlegt. Man bezeichnet Destruenten deshalb auch als Zersetzer.

Destruenten einfach erklärt

Destruenten könnte man umgangssprachlich als die „Mülltonnen der Nahrungskette“ bezeichnen. Sie fressen Dinge, die wir als unappetitlich ansehen, sozusagen biologische Abfallstoffe. Dazu gehören Verwesungsprodukte, verfaulte Lebensmittel und anderen Biomüll, wie etwa Laub oder abgestorbene Pflanzenteile.

Mithilfe von Destruenten, genauer gesagt Maden, lassen sich so manche Mordfälle lösen. Denn bereits wenige Stunden nach dem Tod setzen bestimmte Fliegenarten ihre Eier auf die Leiche. Wenn die Polizei am Tatort ankommt, kann sie anhand der Größe der geschlüpften Maden genau den Todeszeitpunkt feststellen und Indizien zur Lösung des Falls sammeln.

Lesenswerter Artikel: Fliegen sind Destruenten

Ein Destruent ernährt sich also von Abfallprodukten, sie werden deshalb auch als Zersetzer bezeichnet. Schließlich leitet sich das Wort von dem lateinischen Verb „destruere“ (abbauen) ab. Aber auch das englische Verb „to destroy“ (zerstören) ist passend in diesem Zusammenhang.

Wenn man seinen Ekel beiseite legt, wird man erkennen, dass Destruenten eine äußerst wichtige Rolle in der Ökologie spielen. Sie übernehmen die Aufgabe, die andere Lebewesen nicht ausführen möchten und wandeln dabei tote pflanzliche und tierische Substanzen in anorganische Stoffe wie Kohlenstoffdioxid, Wasser und Mineralstoffe um.

Durch diesen Abbau werden Humusstoffe gebildet, die äußerst fruchtbar sind. Das ist der Grund, warum viele Menschen den Kompost in ihrem Garten als natürlichen Dünger verwenden.

Beispiele für Destruenten

Wir haben gelernt, dass Raupen nicht zu den Destruenten gehören, welche Organismen kann man zu der Gruppe zählen? In erster Linie gehören Bakterien und Pilze dazu. Aber auch einige Aasfresser, Wurm- und Insektenarten sind Destruenten. Der bei nassem Wetter allgegenwärtige Regenwurm ist ein prominentes Beispiel.

Destruenten, Produzenten und Konsumenten im Überblick

Neben den Destruenten gibt es in der Biologie noch zwei weitere interessante Begriffe, die man unbedingt kennen sollte: Konsumenten und Produzenten. Die Begriffe, die viele nur aus den Wirtschaftsnachrichten kennen, spielen also auch in der Ökologie eine Rolle.

Raupen sind Konsumenten

Konsumenten ernähren sich von Pflanzen oder von anderen Tieren. Man kann diese Gruppe noch einmal in weitere Unterkategorien einteilen, und zwar in:

  • Primärkonsumenten
  • Sekundärkonsumenten
  • Tertiärkonsumenten
  • Konsumtenten 4., 5., 6., usw. Ordnung
  • Endkonsumtenten

Raupen gehören zu der ersten Unterkategorie der Konsumenten, den sogenannten Primärkonsumenten. Sie ernähren sich von verschiedenen Pflanzen, Blättern und Bäumen. Aber auch Garten- und Wildkräuter sind bei den kriechenden Tierchen sehr beliebt.

Raupe und Schmetterling
Raupe Nimmersatt: Vor der Metamorphose braucht sie reichlich pflanzliche Nahrung

In der Gruppe der Primärkonsumenten, die man übrigens auch Konsumenten 1. Ordnung nennt, befinden sich somit alle pflanzenfressenden Lebewesen. Sie stehen über den Produzenten (sprich Pflanzen und einigen Algen), aber unter den weiteren Kategorien der Produzenten.

Beispiele für Primärkonsumenten gibt es viele, darunter befinden sich nicht nur kleine Tierchen wie eine Raupe. Giraffen, Elefanten, Hasen und Pferde gehören beispielsweise alle dieser Kategorie an.

Sekundärkonsumenten

Etwas höher in der Nahrungspyramide stehen die Sekundärkonsumenten (auch Konsumenten 2. Ordnung genannt). Sie ernähren sich unter anderem von den Primärkonsumenten, sie gehören also zu den Fleischfressern.

Beispiele für Sekundärkonsumten: Frösche, Greifvögel etc.,

Tertiärkonsumenten

Wer aufmerksam gelesen hat, wird es schon ahnen: Tertiärkonsumenten sind die natürlichen Fressfeinde der Sekundärkonsumenten. Wenn beispielsweise eine Raupe von einem Frosch verspeist wird und dieser wird daraufhin von einer Schlange gefressen, dann handelt es sich dabei um einen Tertiärkonsument.

Endkonsument

Die Liste der Konsumenten könnten wir beliebig weiterführen, bis wir letztendlich bei dem Endkonsumenten landen. Dieser hat wenige oder keine natürlichen Fressfeinde und wird deshalb in der Regel nicht von einem anderen Tier gefressen. Wir Menschen können uns glücklicherweise zu dieser Kategorie zählen. Zwar gibt es ein paar wenige Tiere, die uns gefährlich werden können, aber denen begegnen wir höchstens im Zoo, und nur mit einem großen Sicherheitsabstand hinter einem Zaun.

Und was sind Produzenten?

Wir haben uns die Konsumenten und Destruenten genauer angesehen, es fehlt also noch eine Kategorie: die Produzenten.

Sie stehen am Anfang der Nahrungskette, man könnte sie deshalb auch als Erzeuger bezeichnen. Sie sind die Grundlage alles Lebens. Diese Gruppe ernährt sich nicht von anderen Pflanzen oder Tieren, sondern sie produzieren die benötigten organischen Materialien selbst. Mithilfe der Photosynthese wandeln sie Sonnenlicht in Traubenzucker um und stellen somit Kohlenhydrate her, die den pflanzenfressenden Tieren als Nährstoff dienen.

Wer gehört zu den Produzenten? Richtig: Pflanzen, sowie verschiedene Algen.

Jetzt würden wir gerne von Ihnen hören. Hätten Sie gedacht, dass Raupen nicht zu den Destruenten gehören? Haben wir die Unterschiede der einzelnen Kategorien verständlich erklärt? Schreiben Sie uns einfach unten in die Kommentare, wir werden alle Fragen schnellstmöglich beantworten.

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