Asche gegen Unkraut

Asche gegen Unkraut – hilfreich oder nicht?

Unkraut kann den schönsten Garten zerstören. Das ungewünschte Gewächs sieht meistens nicht nur unansehnlich aus – es macht auch den gewünschten Pflanzen Nährstoffe und andere Ressourcen wie Wasser und Licht strittig. Verständlich also, dass man sich gegen Unkraut zur Wehr setzen will. Dabei sind chemische Lösungen aber nicht nur oft umweltschädlich, sondern auch für die anderen Pflanzen und den Boden schlecht.

Auf der Suche nach natürlichen Alternativen zu chemischen Unkrautvernichtern stoßen viele Menschen natürlich auf Asche – enthält sie doch immer noch genügen nützliche Stoffe, die dem Garten und den Pflanzen viel Gutes bieten können. Aber kann man sie auch als Unkrautvernichter benutzen? Ist Asche gegen Unkraut hilfreich oder nicht?

Ja, unter den richtigen Umständen kann Asche gegen Unkraut wirken. Auch gegen Moos kann man es einsetzen. Wir erklären Ihnen in diesem Artikel, warum das möglich ist und was Sie dabei beachten müssen.

Asche als Unkrautvernichter – hilfreich oder nicht?

Unkraut

Um diese Frage zu klären, schauen wir uns zunächst einmal an, was Unkraut überhaupt ist:

Als Unkraut bezeichnet man Pflanzen der spontanen „Begleitvegetation“ in Kulturpflanzenbeständen, Grünland oder Gartenanlagen, die dort nicht gezielt angebaut werden und aus dem Samenpotential des Bodens, über Wurzelausläufer oder über Zuflug der Samen zur Entwicklung kommen.

Quelle: Wikipedia

Es handelt sich also um Gewächse, die man eigentlich nicht unbedingt haben will – weder im Garten, noch in anderen Grünanlagen. Denn sie sind im Wettstreit um Ressourcen wie Nährstoffe, Licht oder Wasser eine große Konkurrenz zu den erwünschten Pflanzen.

Die meisten Unkräuter benötigen einen pH-Wert von 5 bis 5,5, damit sie gut wachsen bzw. wuchern. Dieser Umstand ist für die Beantwortung der Frage, ob Asche gegen Unkraut hilft oder nicht, wichtig.

Asche als Unkrautvernichter – hilfreich oder nicht?
Gegen Unkraut ist kein Kraut gewachsen – oder doch?

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Unkraut loszuwerden:

Jäten

So bezeichnet man den Begriff, das Unkraut mechanisch zu entfernen – also indem man beispielsweise die Wurzeln herausreißt oder abschneidet. Das ist natürlich sehr arbeits- und zeitintensiv.

Unkrautvernichter

Wer das Unkraut nicht mechanisch entfernen will, der muss zu anderen Mitteln greifen – im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei gibt es sowohl chemische als auch biologische Mittel, die das Unkraut vernichten bzw. hemmen sollen.

Unkrautvlies

Eine andere Option ist es, ein sogenanntes Unkrautvlies bzw. eine Unkrautfolie auszubreiten. Dabei handelt es sich um eine feinmaschige Folie, die verhindert, dass sich das Unkraut entwickeln bzw. wachsen kann. In diesem Artikel erfahren Sie übrigens, ob man Unkrautvlies auch auf Rasen legen kann.

Asche

Bei Asche handelt es sich um einen festen Rückstand, der bei der Verbrennung organischer Stoffe entsteht – wir kennen es meistens als die Asche von Holz oder Kohle. Holzasche enthält dabei noch sehr viele Stoffe:

  • Calcium
  • Magnesium
  • Kalium
  • Weitere Spurenelemente

Dabei liegt der pH-Wert von Holzasche im alkalischen Bereich bei 9 bis 11. Dieser Umstand ist sehr wichtig, wenn es um die Frage geht, ob Asche gegen Unkraut hilft oder nicht.

Die wichtigste Frage: Hilft Asche gegen Unkraut?

Tatsächlich ist es die alkalische Eigenschaft der Asche, die sie zu einem Unkrautvernichter macht. Der hohe alkalische Wert von 9 bis 11 ist klar höher als die vom Unkraut bevorzugten 5 bis 5,5. Allerdings ist es nicht ganz unproblematisch bzw. einfach, Asche als Unkrautvernichter einzusetzen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das bewerkstelligen:

Asche als Unkrautvernichter – hilfreich oder nicht?
Asche hat einen pH-Wert von 9-11; Unkraut benötigt aber 5-5,5 – daher wirkt Asche gegen Unkraut. Von Palmstroem – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=86529751

Asche als Unkrautvernichter – das müssen Sie beachten:

  • Achten Sie auf die richtige Asche
    Nicht jede Asche eignet sich als Unkrautvernichter. Verwenden Sie nur Asche von unlackiertem bzw. unbehandeltem Holz – andernfalls laufen Sie Gefahr, dass Sie Ihre Böden mit Schadstoffen durchsetzen.
  • Planen Sie Ihre Pflanzen entsprechend
    Da die Asche den pH-Wert über einen längeren Zeitraum erhöht, sollten Sie sich gut überlegen, welche Pflanzen Sie anbauen wollen – denn solche, die eher saure Böden bevorzugen, werden in dem basischen (also stärker alkalischen) Boden nicht mehr so gut wachsen. Daher sollten Sie Asche nicht als Unkrautvernichter einsetzen, wenn Sie Paprika – beispielsweise zur Selbstversorgung – anbauen möchten.Folgende Pflanzen können Sie auf eher basischen Böden anpflanzen:

    1. Lavendel
    2. Schafgarbe
    3. Zistrosen
    4. Chrysanthemen
    5. Astern
    6. Orangenblume
    7. Kronwicken
  • Verteilen Sie die Asche auf dem Unkraut
    Je früher Sie damit anfangen, desto besser verhindert die Asche das Unkrautwachstum natürlich – bzw. lässt es erst gar nicht so stark wachsen.Am besten fangen Sie bereits im Herbst damit an, das Unkraut mit Asche zu bestäuben bzw. die Erde darum herum damit zu spicken.
  • Arbeiten Sie die Asche in die Erde ein
    Noch effektiver wird es, wenn Sie die Asche direkt in die Erde eingraben – wenn Sie also den Boden umpflügen, geben Sie etwas Asche hinein.
  • Gießen Sie die Erde
    Nachdem Sie die Asche auf oder im besten Fall sogar in der Erde verteilt haben, sollten Sie die entsprechende Stelle auch gießen. So stellen Sie sicher, dass sich die Ascheteilchen auch entsprechend großflächig verteilen. Sie können auch Asche in einer Gießkanne auflösen und dann das Gemisch über die Stellen gießen.
  • Wiederholen Sie die Prozedur regelmäßig
    Die Asche verändert zwar den pH-Wert über eine längere Zeit, aber nicht permanent – durch Regen und andere natürliche Prozesse wird der pH-Wert wieder abgesenkt und das Unkraut kehrt zurück. Alle paar Wochen sollten Sie also die Prozedur wiederholen.
Asche als Unkrautvernichter – hilfreich oder nicht?
Asche ist hilfreich als Unkrautvernichter

Wofür kann ich Asche noch verwenden?

Asche hat im Garten viele Einsatzmöglichkeiten. Wir zeigen Ihnen hier die gängigsten – und geben Ihnen auch noch einige Tipps dazu:

Asche als Dünger

Die Asche kann nicht nur als Unkrautvernichter eingesetzt werden, sondern auch als Dünger.

Welche Asche kann als Dünger verwendet werden?

Sie sollten ausschließlich Holzasche verwenden – also das, was bei der Verbrennung von Holz übrigbleibt. Dabei kann es sich um Holz von Nadel- oder Laubbäumen handeln, das ist egal. Wichtig sind aber folgende Punkte:

  • Verbrennen Sie das Holz nicht zusammen mit anderen Stoffen wie Farbe, Grillanzünder etc.
  • Verwenden Sie kein Holz, das lackiert oder chemisch behandelt wurde
  • Benutzen Sie zum Anzünden kleine Reisigzweige o. ä.
  • Vermeiden Sie das Verbrennen von Holzpellets oder anderen Holzabfällen

Diese Aschen dürfen Sie nicht zum Düngen verwenden:

  • Zigarettenasche
  • Asche von Stein- oder Braunkohlebriketts
  • Tabak

Auch Grillasche sollten Sie nicht verwenden – denn das Fett der gegrillten Speisen hat nichts in Ihrem Gartenboden zu suchen.

Asche als Unkrautvernichter – hilfreich oder nicht?
Verwenden Sie nur die Asche von unbehandeltem Holz zum Düngen

Warum wirkt Asche als Dünger?

Asche erhöht durch ihre alkalischen Eigenschaften den pH-Wert des Bodens – und viele Pflanzen mögen eher basische Böden. Sie verhindern so, dass Ihr Boden übersäuert. Außerdem enthält Asche viele Stoffe wie Kalium oder Calcium sowie Spurenelemente, die das Wachstum von Pflanzen ebenfalls erhöhen.

Welche Hausmittel helfen gegen Unkraut?

Neben Asche können Sie natürlich noch viele weitere Hausmittel gegen Unkraut einsetzen:

Essig

Essig ist ein beliebtes Hausmittel, wenn es um die Bekämpfung von Unkraut geht.

So vernichten Sie Unkraut mit Essig:

Mischen Sie dazu etwa 15 Teile Wasser mit einem Teil Essig und gießen Sie es über das Unkraut. Wenn Sie schneller Ergebnisse sehen wollen, können Sie auch nach der Devise „Mehr hilft mehr“ handeln und direkt Essigreiniger auf die Pflanzen kippen.

Beachten Sie dabei aber, dass Essigreiniger als Pflanzenschutzmittel gelten – und Sie diesen nicht auf gärtnerisch genutzten und versiegelten Freiflächen verwenden dürfen. Pflaster, Gehwege, Hofeinfahrten und Plätze rund um das Haus sind daher tabu.

Der Einsatz von Essig ist zwar effektiv, aber nicht empfehlenswert

Salz

Sie sollten Ihre Pflanzen niemals mit Salzwasser gießen – zur Unkrautbekämpfung können Sie es allerdings verwenden. Mischen Sie dabei eine Lösung aus einem Teil Salz und fünf Teilen Wasser her und gießen Sie es über das Unkraut. Das Salz entzieht dem Unkraut Flüssigkeit, wodurch es austrocknet und schließlich abstirbt.

Asche als Unkrautvernichter – hilfreich oder nicht?
Salz können Sie als Unkrautvernichter einsetzen

Kartoffelwasser

Ein weiteres Haushaltsmittel gegen Unkraut ist Kartoffelwasser. Aber auch Reis- und Nudelwasser können Sie verwenden, denn alle drei enthalten Stärke. Diese verstopft die Poren in der Epidermis (Zellwand) der Pflanzen und tötet sie somit ab. Gießen Sie dazu einfach das Wasser über das Unkraut.

Besonders effektiv ist diese Methode jedoch nicht, daher muss sie sehr oft wiederholt werden. Außerdem ist der Wasserverbrauch relativ hoch. Aber wenn Sie ohnehin viel Reis, Nudeln oder Kartoffeln kochen – warum nicht? Mischen Sie noch etwas Schmierseife hinzu, um noch bessere Resultate zu erreichen.

Backpulver

Auch Backpulver ist alkalisch: Es hat einen pH-Wert von 9 und ist damit in einem ähnlichen Bereich wie Asche. Mischen Sie dazu 4-6 Päckchen in 10 Litern Wasser auf und gießen Sie die Lösung dann auf das Unkraut.

An sonnigen, heißen Tagen ist diese Anwendung noch effektiver. Denn so verdampft das Wasser und das Backpulver kann sich gut an die Arbeit machen. Diese Methode müssen Sie ebenfalls häufig wiederholen, um gute Ergebnisse zu erzielen.

Asche als Unkrautvernichter – hilfreich oder nicht?
Auch Backpulver erhöht den pH-Wert und taugt somit als Unkrautvernichter

Das beste Mittel gegen Unkraut

Traurig, aber wahr: Die beste Möglichkeit, um Unkraut loszuwerden, ist Handarbeit. Nur, wer sein Unkraut regelmäßig jätet, kann einen schönen, von Unkraut gesäuberten Garten vorweisen. Reißen Sie dabei das Unkraut mitsamt der Wurzel heraus, sodass es auch garantiert nicht so schnell wiederkommt. Natürlich können Sie aber auch die Wurzeln mit einem scharfen Spaten oder einem Messer durchstechen.

Das Fazit: Asche als Unkrautvernichter?

Durchaus können Sie Asche als Unkrautvernichter einsetzen. Besonders, wenn Sie unsere Tipps dabei beachten, können Sie durchaus vorzeigbare Ergebnisse erzielen. Am effektivsten ist und bleibt jedoch das mechanische Entfernen des Unkrauts – das gute alte Jäten.

Bevor Sie sich aber schwitzend und keuchend ans Jäten machen, probieren Sie Asche als Unkrautvernichter ruhig einmal aus. Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg – und einen möglichst unkrautfreien Garten.

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