Ist Kompost sauer oder basisch

Ist Kompost sauer oder basisch?

Für ein schnelles Wachstum benötigen Pflanzen den richtigen Boden, doch nicht immer ist dieser auch von Natur aus mit reichlich Nährstoffen bestückt. Eine umweltfreundlich und günstige Alternative zu teuren Düngern ist der Komposthaufen im eigenen Garten.

So kann man die eigenen Bioabfälle ganz einfach entsorgen und gleichzeitig dem Boden wichtige Nährstoffe zuführen. Bevor wir jedoch zum ersten Mal Kompost anwenden, sollten wir ein paar Dinge in Erfahrung bringen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit der Frage: Ist Kompost sauer oder basisch?

Kompost besteht aus verschiedensten organischen Abfällen, die Zusammensetzung hat Einfluss darauf, wie basisch oder sauer er ist. Im Durchschnitt bewegt sich der pH-Wert eines Komposts jedoch zwischen 7,0 und 7,5. Er ist als neutral bis schwach basisch einzuordnen, denn Kompostgaben wirken in der Regel im Boden basisch und nicht sauer.

Das war nur die schnelle Antwort auf die Frage. Zusammen finden wir heraus, welchen Einfluss die Zusammensetzung des Bioabfalls auf die Eigenschaften hat und wie man am besten mit Kompost düngt.

Ist Kompost sauer oder basisch?

Früher war der Komposthaufen ein fester Bestandteil in fast jedem Garten. Und das aus gutem Grund: Verwendet man die verrotteten Bioabfälle, kann auf teure chemische Düngemittel weitestgehend verzichtet werden.

Kompost im Garten
Kompost wirkt auf den Boden basisch

Nicht nur freut sich der Geldbeutel, auch Umweltschäden können vermieden werden. Die Herstellung von synthetischen Düngemitteln ist äußerst energieintensiv und verbraucht eine große Menge an Ressourcen. In Zeiten von einem immer stärker sichtbaren Klimawandel ist eine Rückbesinnung auf natürliche Alternativen sinnvoll.

Welchen pH-Wert hat Kompost?

Der pH-Wert des Bodens ist ein wichtiger Faktor für gesundes Pflanzenwachstum – das wissen viele Gärtner. Denn auch wenn der Boden mit reichlich Nährstoffen versorgt ist, kann durch einen ungünstigen pH-Wert die Aufnahme durch die Pflanzen negativ beeinflusst werden.

Jede Pflanze unterscheidet sich in den Anforderungen, deshalb ist es wichtig sich vorher ausreichend über die jeweilige Art zu informieren. So ist Kompost nicht für jede Pflanzenart auch die richtige Wahl.

Kompost ist neutral bis leicht basisch

Auch wenn sich jeder Kompost etwas unterscheidet, liegen die durchschnittlichen Werte im Bereich von 7,0 pH bis 7,5 pH, also im neutralen Bereich. Warum wir ihn dennoch als leicht basisch einstufen? Auf den Boden aufgetragen, wirkt er eher alkalisch, als sauer.

So misst man den pH-Wert von Komposterde

Wer den pH-Wert seiner Komposterde ganz genau ermitteln möchte, könnte Proben entnehmen und eine Analyse durchführen lassen. Das könnte man bei Forschungsinstituten, Landwirtschaftskammer oder Wertstoffhöfen durchführen lassen. Auch manche Gartencenter bieten diese Dienstleistung von Zeit zu Zeit an.

Allerdings lohnt sich der Aufwand und die damit verbundenen Kosten nur in den seltensten Fällen. Am einfachsten und kostengünstigsten kann man den genauen pH-Wert mit einem Bodentester aus dem Baumarkt bestimmen. Das geht ganz einfach und schnell.

Dazu gibt man einfach die Komposterde in einen Eimer und zerbröselt diese fein. Nun gibt man etwas destilliertes Wasser hinzu und in wenigen Minuten hat man bereits das Ergebnis.

Omas Trick: Ist Ihre Komposterde basisch oder sauer?

Jeder, der keine Lust hat zum nächsten Baumarkt zu fahren, kann den Bodentest auch ganz bequem im Internet bestellen. Oder aber man bedient sich einfach Großmutters Trickkiste, denn auch diese musste in früheren Zeiten den pH-Wert des Bodens bestimmen. Dazu benötigt man:

  • 2 Becher
  • destilliertes Wasser
  • Backpulver
  • Essig

In den einen Becher geben Sie destilliertes Wasser und ein Päckchen Backpulver. Den anderen Becher füllen Sie mit Essig. Geben Sie jetzt etwas von der Komposterde jeweils in die beiden Becher.

Bildet sich im Becher mit dem Essig Schaum, ist die Komposterde basisch. Wenn es im Backpulver-Wasser-Gemisch zischt, ist die Erde sauer. Wenn gar nichts passiert, ist der pH-Wert eher neutral.

Nachteil dieser Methode: Man erhält nur einen groben Richtwert, kein genaues Ergebnis.

Die Rotkohl-Methode zum Ermitteln des pH-Werts

Sie haben gerade kein Backpulver und Essig im Haus, aber reichlich Rotkohl ist vorhanden? Dann könnten Sie die folgende Methode zum Ermitteln des pH-Werts verwenden. Was Sie dafür benötigen:

  • Rotkohl 
  • destilliertes Wasser
  • etwas Zeit

Erhitzen Sie das destillierte Wasser und geben Sie den in Scheiben geschnittenen Rotkohl dazu. Lassen Sie alles für mehrere Stunden gut durchziehen. Danach sieben Sie die Rotkohlscheiben heraus, es bleibt ein violetter Saft übrig. Jetzt geben Sie mehrere Esslöffel Komposterde zu der Flüssigkeit. Sollte der Saft violett bleiben, ist er neutral. Eine pinke Verfärbung deutet auf saure Erde hin, blaue oder grüne Farbe zeigen basische Werte an.

Kompost: Verschiedene Zusammensetzungen und Eigenschaften

Kompost ist nicht gleich Kompost, denn sie unterscheiden sich in ihren Ausgangsstoffen und Eigenschaften. Generell kann man den verrotteten Bioabfall in zwei verschiedene Kategorien einteilen, und zwar in: Bioabfall-Kompost und Grünschnitt-Kompost.

Wenn Sie Ihr Schnittgut getrennt von dem Bioabfall kompostieren, können die folgenden Informationen besonders interessant für Sie sein. Sollten Sie beides auf einem Kompost sammeln, erhalten Sie eine Mischung der Eigenschaften.

Biokompost und Grüngutkompost
Es gibt verschiedene Arten von Kompost mit unterschiedlichen Eigenschaften

Bioabfall-Kompost: hat einen rund 30 Prozent höheren Nährstoffgehalt als Grünschnittabfälle. Er ist äußerst basisch und regt das Bodenleben schneller und besser an als Grünschnitt-Kompost. Er eignet sich daher besonders gut als Ersatz für synthetischen Dünger.

Grünschnitt-Kompost: besteht aus schwer zersetzbaren Grünschnittabfällen. Er ist weniger nährstoffhaltig und fördert daher eher die Humusbildung, er ist somit bodenverbessernd.

Die durchschnittlichen Nährstoffgehalte von Grünschnitt- und Bioabfall-Kompost können Sie hier finden.

Welche Pflanzen vertragen keinen Kompost?

So nützlich der biologische Dünger aus dem Garten auch sein mag, manche Pflanzen vertragen ihn einfach nicht besonders gut. Denn neben Stickstoff, Kalium und Phosphor enthält Kompost auch Kalk.

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Pflanzen, die einen kalkarmen und sauren Boden benötigen, Kompost nicht mögen. Dazu gehören unter anderem Erdbeeren, Heidelbeeren, Primeln und Rhododendron. Düngen Sie diese Pflanzen besser mit Hornspänen, Hornmehl oder Laubhumus.

Jetzt würden wir gerne von Ihnen hören. Werden Sie testen, ob Ihr Kompost basisch oder sauer ist? Schreiben Sie uns einfach unten in die Kommentare, wir werden alle Fragen schnellstmöglich beantworten.

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